Marion Dönhoff

Marion Gräfin Dönhoff (*1909 – †2002) entstammte einer ostpreußischen Adelsfamilie und studierte Volkswirtschaft in Frankfurt am Main und Basel. Schon früh entwickelte sie eine kritische Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus. Die Ideologie und die zunehmende Entrechtung sowie Verfolgung politischer Gegner und der jüdischen Bevölkerung lehnte sie entschieden ab.

Während der NS-Zeit stand Dönhoff in Verbindung mit Kreisen des konservativen Widerstands. Sie hatte Kontakte zum Kreisauer Kreis, der über eine politische Neuordnung Deutschlands nach dem Ende der Diktatur nachdachte. Auch mit Beteiligten des 20. Juli 1944 war sie bekannt. Zwar war sie nicht direkt am Attentat beteiligt, unterstützte jedoch die oppositionellen Bestrebungen gegen Adolf Hitler ideell und durch persönliche Verbindungen.

Nach dem gescheiterten Umsturzversuch geriet sie unter Verdacht, entging jedoch einer Verhaftung. 1945 floh sie aus Ostpreußen nach Westdeutschland. Nach dem Krieg wurde sie Mitherausgeberin der Die Zeit und setzte sich publizistisch für Demokratie, Versöhnung und Rechtsstaatlichkeit ein.