
Auf dem Namentuch für Irena Sendlerowa sind Symbole dargestellt, die mit der Rettung jüdischer Kinder, die Irena Sendlerowa aus dem Warschauer Ghetto herausschmuggelte, zusammenhängen. Mehr erfahren...
Nicht das Freuen, nicht das Leiden stellt den Wert des Lebens dar,
immer wird nur das entscheiden, was der Mensch dem Menschen war.
Verfasser unbekannt
Jugendliche gestalten ein Denkmal
An dem Projekt Namentuch- Denkmal waren bisher mehrere Hundert Jugendliche im Alter von 13 bis 20 Jahren beteiligt. Sie gestalten ein weltweit einzigartiges Denkmal, mit dem an die Stillen Helden des zivilen Widerstandes gegen das menschenverachtende Handeln der Hitlerdiktatur erinnert wird.
Geschichtlicher Zusammenhang
Während der nationalsozialistischen Herrschaft war das Denken und Handeln der Bevölkerung in die Vorstellungswelt der Nationalsozialisten eingebunden.
Wer sich nicht einfügte oder nicht in das vorgegebene Denkschema passte, wurde aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Millionen Menschen wurden allein aufgrund ihrer Existenz in Vernichtungslager verschleppt, die eigens zu diesem Zweck erbaut worden waren.
Die Mehrheit der Bevölkerung schwieg zu den Gewaltverbrechen der Nationalsozialisten, die von der Propaganda wirksam umgedeutet und verschleiert wurden. Dennoch fanden sich immer wieder Menschen, die sich unter Lebensgefahr dem Ungeist entgegenstellten. Sie werden Stille Helden genannt.
Aktuelles zum Namentuch-Denkmal:
Wir erinnern
Namentücher ehren Menschen, die der Ideologie des Nationalsozialismus ihr Menschsein entgegensetzt haben. Sie erinnern an beispielhaftes Eintreten Einzelner für ihre Mitmenschen, die unter der Ausgrenzung, Vernichtung und Verfolgung durch das Regime leiden mussten.
Jedes Namentuch erzählt die Geschichte eines mitfühlenden Menschen und zeigt, was der Mensch seinem Mitmenschen sein kann und sein sollte, ein Beschützer vor Unrecht und Helfer in der Not.
Ein Denkmal geht auf Reisen
Anders als ein Denkmal aus Stein kann ein textiles Denkmal an verschiedenen Orten gezeigt werden, zum Beispiel in Schulen, in denen zum Themenkomplex „Drittes Reich“ unterrichtet wurde und Schüler Namentücher hergestellt haben.
Die erste Ausstellung mit noch wenigen Namentüchern fand 2014 in Hamburg-Bergedorf statt. Von dort aus ging es im Zeichen der Deutsch-Polnischen Freundschaft und Städtepartnerschaft nach Kolo und Magrowo in Masuren, auch nach Steinort, dem Schloss des Widerstandskämpfers Graf von Lehndorff.
Wieder zurück in Hamburg folgten wir einer Einladung zu der Veranstaltung des Demokratie-Wettbewerbs im Hamburger Rathaus. Nach einer weiteren Reise nach Polen wurde das Namentuch-Denkmal anlässlich der Verleihung des Bertini-Preises im Foyer des Ernst-Deutsch-Theaters gezeigt.
Nach der Pandemie residierte das Namentuch-Denkmal für mehrere Wochen im Krummsaal des Reinbeker Schlosses. Für dieses und das kommende Jahr sind weitere Ausstellungen geplant.
